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Alte Karte von Schottland (1846, William McKenzie)

So überschrieb Theodor Fontane den Bericht über seine Reise durch Schottland, die er zusammen mit seinem Freund Bernhard von Lepel im August 1858 unternahm.
Dieser Blog startete im August 2007 mit teils amüsanten, teils kritischen, aber immer sehr informativen Berichten über meine Reise durch Schottland - gewissermaßen als Live-Berichterstattung. Leider sind zwölf Monate Schottlandurlaub im Jahr noch nicht drin. Deshalb greift "Jenseit des Tweed" jetzt Themen rund um den von uns ach so geliebten Whisky auf. Und wer den Blog aufmerksam liest, wird feststellen, dass es auch ein Leben "Jenseit des Whiskys" gibt.
PS. Die Websoftware von Data Becker hat im Blog leider einen Riesenbock. Sie zeigt ganz unten immer das gleiche Datum im Auswahlmenü. Bitte klicken Sie auf "Ältere Beiträge" um selbige aufzurufen. Beschwerden bitte an Data Becker schicken.

Weblog:

Samstag, 16. August 2014 - 22:09 Uhr
Finn McCools Pub

Zurück nach Bushmills nahmen wir die Straße - bei wieder einsetzendem Regen, der wenigstens wieder typisch irisch war (zwei Minuten regnen, zehn Minuten Pause, zwei Minuten ...).
Kurz vor Bushmills hielten zwei junge, für den Abend gestylte Ladies mit ihrem Auto an und nahmen uns mit zurück in die Stadt. Direkt vor Finn McCools Pub ließen sie uns raus.
Der Pub ist all denjenigen zu empfehlen, die lieber zwischen Einheimischen sitzen und schnell mit ihnen in ein Gespräch verwickelt werden wollen, als in der steifen Atmosphäre des Bushmills Inn zu sitzen und französischen, spanischen, italienischen, holländischen und amerikanischen Stimmen zu lauschen.
Bei dem besten Guinness, das wir zu diesem Zeitpunkt in Irland getrunken haben, konnten wir den Einheimischen beim Domino zuschauen.
Und ehe sich die Beste aller Ehefrauen versah, drückte ihr der Wirt seine Dominosteine wortlos in die Hand, stand auf, ging hinter den Tresen und zapfte Bier. Leider war ihm das Spielglück nicht hold. An meiner Frau lag es nicht, dass er verlor.
Übrigens kostete das Guinness bei ihm deutlich weniger als im Bushmills Inn.

Samstag, 16. August 2014 - 21:42 Uhr
Fionn mac Cumhaills Meisterstück

Zwischen Bushmills und dem Giant's Causeway verkehrt eine Nostalgie-Eisenbahn, die Lauffaule zwischen den beiden drei Kilometer entfernten Stationen befördert. Am Bahnhof von Bushmills beginnt auch der Fußweg, der immer an den Gleisen entlang verläuft und dabei sogar einen Golfplatz kreuzt(!). Als gegen 19 Uhr der Regen aufhörte, nutzten wir diesen Weg für einen Spaziergang zum Giant's Causeway.
Ein Ansammlung von vier- bis achteckigen Basaltklötzen ist an sich noch nichts besonderes. So etwas findet man bei uns zum Beispiel in der Rhön. Dort muss man aber suchen, denn zumeist sind sie längst von meterdicken Erdschichten bedeckt. Nahe Bushmills jedoch treten sie offen zutage - der See sei Dank - und gleich noch in Massen (40.000 sollen es sein).
Giant's Causeway heißt die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit Nordirlands und während die Rhöner Basaltsäulen bestenfalls Armdicke erreichen, kann man am Causeway auf den meisten stehen. Manche erreichen gar die Dicke von Dorischen Säulen.
Das Gegenstück dieses einzigartigen Naturstücks findet man in den Fingals Cave wieder, die schon Theodor Fontane 1860 in seinem Reiseführer "Jenseit des Tweed" beschrieb.
Die Höhle befindet sich auf der schottischen Insel Staffa, die wiederum der Isle of Mull vorgelagert ist, womit wir schon einen Hinweis haben, wie der Giant's Causeway "wirklich" entstanden ist (und nicht wie uns Geologen weismachen wollen mittels vulkanischer Tätigkeit).
Ein Klick auf den Titel dieses Beitrages verrät ihnen die Geschichte von Finn McCool (wie er eingeenglischt heißt) und seinem Giant's Causeway.

Samstag, 16. August 2014 - 21:02 Uhr
Ein Besuch bei Bushmills

In der Nacht hatte es begonnen zu regnen - besser gesagt: zu schütten. Und auch am Morgen hatte sich daran nichts geändert. Somit war unser Plan, am Morgen, noch vor den Strömen von Touris, die mit Bussen herangekarrt wurden den Giant's Causeway zu besuchen (Hilary, unsere Gastgeberin hatte dazu tags zuvor noch gemeint: "Good plan!" , hinfällig.
So entschlossen wir uns, Bushmills Distillery vorzuziehen. What a pity, dass die sonntags erst um 12 aufmachten. Doch Hilary meinte, sie würden schon um 11.30 Uhr öffnen. So fuhren wir also zu dieser Zeit in die Destillerie. Allerdings waren die Tore noch geschlossen und wurden tatsächlich erst punkt zwölf geöffnet und das, obwohl sich schon eine lange Schlange von Menschen davor gebildet hatte und es noch immer in Strömen regnete (2007 hatten wir Ähnliches bei Dalwhinnie erlebt, die sich damit den Zorn etlicher Motorradfahrer zuzogen, die vor dem Regen Schutz suchten).
Im "Kassenraum" arbeiteten zwei Mitarbeiter die lange Schlange ab, während eine dritte Person in einem Büro nebenan offensichtlich gaaanz wichtige Dinge zu erledigen hatte. Auch eine Stunde später hatte sich an der Situation nichts geändert. Wir waren zu diesem Zeitpunkt dann mit unserer Tour dran. Übrigens werden alle zehn Minuten 18 Personen durch die Brennerei geführt, in der sonntags außer den Hefezellen und dem Stillman niemand arbeitet.
Ich mach's kurz: Für 7,50 Pfund wurden wir in 35 Minuten durchgeschleust und landeten in der Kantine mit eigenem Bartresen, an dem wir uns einen 12 Jahre im Sherryfass gelagerten Distillery Reserve abholen durften, eingeschenkt in einen Tumbler (Die Abfüllung gibt es nur in der Brennerei zu kaufen, wird aber auch innerhalb des UK und Irland versendet, und kostet 36 Pfund (ca. 45 Euro). Für 3 Pfund mehr darf mit vier Zeilen zu je 20 Zeichen das Etikett personalisieren).
Doch auch das "Premium Tasting" mit 6 Bushmills-Whiskies für 12 Pfund war kaum besser. Zwar durften wir unsere Whiskies (nebst einem torfigen Scotch geringerer Güte, einem Bourbon und dem in Deutschland weniger bekannten Bushmills Honey) in einer eigenen Bar einnehmen. Allerdings schaute unser Conferencier ständig auf seine Uhr und komplimentierte uns nach exakt einer(!) Stunde raus. Wer seine Whiskies noch in Ruhe trinken wollte, musste sie mitnehmen und in der Kantine "genießen" - insgesamt also ein eher frustrierendes Erlebnis.

Dienstag, 12. August 2014 - 21:04 Uhr
Bushmills Session

In Bushmills angekommen, verrät uns unsere Gastgeberin Hilary vom Montalto House B&B, dass im Bushmills Inn Traditional Folk Session angesagt ist. Und so verbringen wir in einem gemütlichen Pub mit etwas überkandidelten Bedienungen einen angenehmen Abend bei guter Musik.
Man beachte die "ur-irischen" Trommeln links im Bild.

Dienstag, 12. August 2014 - 20:41 Uhr
Causeway Coastal Route

Eine der größten Attraktionen Nordirlands ist die Causeway Coastal Route von Belfast nach Derry (eigentlich nur bis zum Lough Foyle, an dessen südlichem Ende Derry zu finden ist).
Allein bis Bushmills ist das eine mit Sehenswürdigkeiten und Ahh- und Ohh-Momenten gestopfte Tagestour.
Und auch Schottland-Fans kommen dabei nicht zu kurz, denn ab dem Aussichtspunkt Greenhill nahe dem Torr Head kann man die Paps of Jura und natürlich auch Islay in der Ferne erkennen.

Dienstag, 12. August 2014 - 20:12 Uhr
Ausstieg 17 - get botanical

Macht man eine Tour mit dem roten CitySightSeeing-Bus, was ich sehr empfehle, so sollte man unbedingt an der Haltestelle 17 (Universität/Ulster Museum) aussteigen und den Botanischen Garten besuchen. Sie werden erstaunt sein, wie der Straßenlärm, kaum dass man durch das Tor gegangen ist, draußen bleibt und sich erholsame Ruhe ausbreitet - sicherlich die zweitbeste Möglichkeit, einen anstrengenden Tag in Belfast ausklingen zu lassen.
Die beste Möglichkeit finden sie nicht weit entfernt in der Malone Road: The Botanic Inn.
Guinness und Pub Grub zu zivilen Preisen, freundliche Bedienungen, gute Musik und das alles in einem klassischen Pub-Interieur.

Dienstag, 12. August 2014 - 19:57 Uhr
Titanic Belfast

Was wäre Belfast ohne Titanic. Spätestens seit James Camerons Blockbuster von 1997 weiß jedes Kind, dass das Schiff und seine Schwester Olympic, die in der Werbung als "as far as it is possible to do so, these two wonderful vessels are designed to be unsinkable", in Belfast gebaut wurde.
Belfast ließ sich nicht lange bitten und eröffnete im März 2012 "Titanic Belfast" im Titanic Quarter, das vorher schlicht Queen's Island hieß (ob die Queen wohl "not amused" war?).
Von außen ähnelt das gewaltige Gebäude, bei dem der Architekt aus dem Vollen (97 Mio. Pfund) schöpfen durfte, eher dem Eisberg als dem Schiff, wobei ich nicht weiß, wem es der Architekt nun wirklich nachempfunden hat. Das Innere wirkt auf den ersten Blick wie eine Mischung aus Titanic-Unterdeck und Adelsberger Grotten. Auf alle Fälle ist eine Menge Platz, von dem man aber dem einer Kantine ähnelnden Café wohl nicht viel zugestehen wollte.
15,50 Pfund (rund 20 Euro) kostet der Besuch der Ausstellung.

Dienstag, 12. August 2014 - 19:27 Uhr
Pro tanto, quid retribuamus?

Belfast ist durchaus eine Reise wert. Ähnlich wie Glasgow hat man den Sprung von der Schwerindustrie hin zu Kultur und Allerdings muss man die Sehenswürdigkeiten suchen - vor allem liegen sie ziemlich verstreut. Leider ist das Belfast Welcome Centre in der Nähe der City Hall keine große Hilfe. Hochmodern setzt man auf Tablets und mit ihnen verbundene, große Monitore. Leider reagieren die meisten Tablets auf Eingaben gar nicht oder sehr sehr langsam. So gelang es uns bei keinem Tablet ihm Informationen zur Stadt zu entlocken. Letztlich waren wir auf schnöde Flyer angewiesen, die zu finden auch nicht sehr einfach ist, denn das Centre ist in dieser Beziehung gewissermaßen eine Flyer-Bibliothek, die für ganz Nordirland Informationen vorhält.
Zuletzt noch für alle, die in ihrer Schulzeit einer toten Sprache ebenso wenig Verständnis entgegen gebracht haben wie ich (Lehrer würden hier von Interesse, Fleiß und Lernbereitschaft sprechen), hier noch die Übersetzung nebst Info zum Titel.
Der Spruch ist Psalm 116 Vers 12 und heißt übersetzt: "Wie soll ich dem Herrn vergelten alle seine Wohltat, die er an mir tut?" In Belfast, dessen Wahlspruch es ist, wird das Ganze meist deutlich profaner übersetzt: "Wie soll ich all das wieder zurückzahlen?"

Sonntag, 10. August 2014 - 12:26 Uhr
Selfie

Erinnern Sie sich noch? Wenn Boris Becker sprach, konzentrierte man sich irgendwann auf seine "ähhs" oder zählte sie sogar.
So ging's mir auf unserer Sightseeing-Tour im offenen roten Doppeldecker durch Belfast.
Drei Grazien, trotz gefühlter 12 Grad sommerlich gekleidet, setzten sich in unsere Nähe, eine unmittelbar neben mir. Kaum waren wir losgefahren, machte sie mit ihrem Smartphone schon das erste Selfie, verpasste ihm einen Text und lud es offensichtlich auf Facebook hoch.
An sich nichts, was einer Beachtung oder gar Würdigung wert wäre. Es wurden aber innerhalb der ersten zwei Minuten 5 - in Worten fünf - Selfies. So kam es, wie es kommen musste: Ich zählte mit. In den 100 Minuten Busfahrt machte die Lady 31 Selfies. Wenn Smartphones kotzen könnten.
Und ja, ich habe von Belfast selbst noch etwas mitbekommen - spätestens auf der zweiten Runde.

Sonntag, 10. August 2014 - 12:12 Uhr
Dolmen at it's best

In seinem Reiseführer zu Irland (erschienen im Miachel Müller Verlag) beschreibt Ralph-Raymond Braun den Legananny Dolmen als den "schönsten Nordirlands". Und in seiner Ebenmäßigkeit und Symmetrie hat er diesen Titel sicherlich auch verdient.
Zu finden ist er circa 25 km östlich von Banbridge und nicht wie ich zunächst vermutete irgendwo in der "Pampa", sondern nur einen Steinwurf entfernt von einem Bauernhof.
Knapp daran vorbei führt ein Wirtschaftsweg; so knapp, dass das Schicksal des Dolmen vorbestimmt zu sein scheint: Irgendwann wird der Bauer mit seinem riesigen Traktor daran vorbeischrammen und die grazile Konstruktion zu Fall bringen.

Sonntag, 10. August 2014 - 11:49 Uhr
Cooley Distillery geschlossen

Die Stippvisite bei Cooley war reichlich frustrierend. Vielleicht hätte ich doch vorher einen Termin machen sollen. Anyway, viel zu sehen hätte es ohnehin nicht gegeben, denn die Brennerei ist derzeit geschlossen - für zwei Monate, wie mir der freundliche Mann am Tor verriet. Die Fenster und Dächer würden erneuert werden und es gäbe absolut keine Möglichkeit, mal reinzuschauen. Ich dürfe aber gerne von außen Fotos machen. Viel zu sehen gibt es da aber nicht.
Dafür wurde ich aber bestens entschädigt: Der äußerst scheue Hund von gegenüber traute sich nach reichlich zuckersüßen Worten meinerseits doch noch und kam herüber, um sich streicheln zu lassen. Aber schon als ich die Kamera zückte, war es vorbei mit dem "Löwenmut", was, glaube ich, auf dem Bild auch deutlich herauskommt.

Sonntag, 10. August 2014 - 11:38 Uhr
Dundalk Distillery

Wie ich bereits in der Jubiläums-ADWN schrieb, hat John Teeling, Gründer von Cooley Distillery, die Great Northern Brewery in Dundalk erworben. Dort wurde früher das bekannte "Harp" gebraut. Diageo benötigt die Brauerei nicht mehr, nachdem man die Produktion in Dublin konzentrieren wird.
Als wir bei der Brauerei vorbeischauten, waren schon sichtlich Arbeiten im Gange und wie es scheint, hat man neben den alte Maischebottichen aus Edelstahl mehrere neue aus Kupfer errichtet.
Ich bin gespannt, wie es da weitergeht.

Donnerstag, 7. August 2014 - 21:51 Uhr
Live Music im The Lantern

Was meine Frau und ich schon immer an Irland sehr geschätzt haben (und in Schottland vermisst), sind die Live Music Sessions in den Pubs und so haben wir den doch anstrengenden Mittwoch (mehr als 11 Stunden waren wir unterwegs) im "The Lantern" ausklingen lassen, denn ein Plakat am Eingang versprach "Traditional Music Tonight".
Als wir den Pub betraten, spielten sich die Musiker - keiner war jünger als 60 - gerade ein und auch die Gäste - kaum einer war jünger als 60 - waren offensichtlich noch beim ersten Guinness. Und so kam es wie es kommen musste: Die Wirtin stellte uns das bestellte Guinness hin und fragte sogleich: "Where are you from?"
Mehr als einmal mussten wir Rede und Antwort stehen. Der Abend wurde feucht-fröhlich. Neben den üblichen Biersorten waren bei einigen Einheimischen auch ein Mix aus Irish Whiskey und einer roten Limonade namens "TK" beliebt.
Irgendwann am Abend setzte sich Jim, ein gebürtiger Navaner zu uns. Und als er erfuhr, dass wir aus "good old Germany" kämen, war kein Halten mehr.
Ein Abend, genau wie wir ihn uns vorgestellt und erhofft hatten.

Donnerstag, 7. August 2014 - 21:21 Uhr
Slane Castle Distillery

Nach Newgrange haben wir noch Duleek Abbey, Old Mellifont Abbey, Monasterboice, die Loughcrew Cairns und den Hill of Slane mit den Resten eines Franziskanerklosters besucht, dessen Kirchturm noch sehr gut erhalten ist; alles zusammen recht interessant - wenn man auf alte Steine steht.
Für Whiskytrinker deutlich interessanter dürften die Pläne der Familie Conyngham, Hausherren von Slane Castle, sein. Sie wollen eine Destillerie in den ehemaligen Ställen des Anwesens errichten - nebst eigenen Maltings, einer Abfüllanlage und einem Visitor Centre.
Neben drei Pot Stills, die von McMillan gefertigt werden sollen, und den obligatorischen Column Stills wird es auch eine Brennblase nur für Gin geben. Inzwischen liegt die Investitionssumme bei 14 Mio. Euro, wie mir Allan, die rechte Hand von Firmenchef Alex Mountcharles, verriet. Er führte uns durch das Gelände und erlaubte uns Einblicke, die sonst kaum einer genießen darf. Herzlichen Dank dafür, Allan!
Momentan liegen die Pferdeställe noch im Dornröschenschlaf, doch bereits im Herbst soll mit dem Bau begonnen werden. Den Blended Whisky von Slane Castle gibt es dagegen schon längst. Er wurde von Cooley produziert. Leider hat Beam nach dem Erwerb von Cooley alle Verträge gekündigt, weswegen der Slane Castle Whisky inzwischen eine Rarität und nur noch im Castle selbst erhältlich ist.
Allan hat eine der begehrten Flaschen für mein nächstes Benefiz-Whisky-Tasting gespendet. Nochmals herzlichen Dank, Allan!
Weitere Informationen zu diesem Tasting finden Sie in der Rubrik "Helfen" hier auf dieser Website, sobald es spruchreif ist.
(Das Foto zeigt jenen Teil der Ställe, der in der Zukunft einmal das Still House sein wird.)

Donnerstag, 7. August 2014 - 20:43 Uhr
Newgrange

Newgrange ist in der Tat ein Muss für jeden Irlandurlauber - vergleichbar mit Stonehenge, aber längst nicht so überlaufen.
Das ca. 90 Meter durchmessende Hügelgrab aus der Jungsteinzeit wurde etwa 3200 vor Christus erbaut und ist damit mindestens 500-700 Jahre älter als die ältesten Pyramiden oder auch Stonehenge in seiner Megalithstruktur.
Mit dem kleinen Shuttlebus geht es eine verwinkelte Single-Track-Road bis zum Eingang des eingezäunten Geländes. Eine Führerin geleitet uns Gäste anschließend zum Zugang des Grabes, nicht ohne dabei in für Führer üblicher schneller Sprechweise wortreich zu erklären, was es mit Newgrange auf sich hat.
Am Eingang angekommen, wird die Gruppe nochmals geteilt, denn wesentlich mehr als ein Dutzend Leute passen in das Grab nicht rein. Menschen mit größerem Genussgewölbe haben ohnehin keine Chance, denn der Gang ist derart eng, dass man stellenweise sogar in die Knie gehen und sich quer bewegen muss, um überhaupt durchzukommen.
Das Beeindruckendste ist mit Sicherheit der Bau an sich: Ohne Mörtel und ohne Stützsäulen hält die Decke des Raumes jetzt schon über 5000 Jahre, obwohl der Deckstein allein schon sechs Tonnen wiegen soll und darüber noch einige Meter Erde und Steine liegen.
(Das Bild zeigt den Eingang zum Grab. Ca. zehn Minuten musste ich warten, bis definitiv kein Mensch mehr mit auf das Bild geriet.)

Donnerstag, 7. August 2014 - 20:18 Uhr
Miezekatze

Am Mittwoch, unserem zweiten Tag in Irland, haben wir uns aufgemacht, die kulturellen und geschichtlichen Höhepunkte um den River Boyne anzusehen.
Als erstes stand Newgrange auf der Liste. Als erstes deswegen, weil - wie unsere Gastgeberin Nora meinte - die Busse ab zehn eintreffen und man dann kaum noch einen der wenigen Plätze ergattern kann.
Man hat nämlich keinen direkten Zugang zu Newgrange, sondern muss sein Auto am Brú na Bóinne Visitor Centre abstellen. Von dort verkehren dann drei Shuttlebusse zu Newgrange und Knowth, die nur je 24 Plätze besitzen und etwa halbstündlich fahren. Wer also spät kommt, muss ziemliche Wartezeiten in Kauf nehmen, bis er dran ist.
Die Zeit kann man sich dann in der Ausstellung vertreiben.
Interessanter jedoch ist jener Teil des Visitor Centres, in dem lokale Künstler nicht nur ihre Werke feilbieten, sondern sie auch live herstellen. Besonders gefallen haben mir dabei die Arbeiten von Collette Gough (www.facebook.com/ColetteGaughCraft), die sich von Bildern aus dem Book of Kells inspirieren lässt und sie koloriert auf Pergament verewigt. Im Gespräch meinte sie, die Tiere im Book of Kells würden stets "wütend" dreinschauen und sie verpasst ihren immer freundliche Gesichter. Im Bild sehen Sie eine Katze - wie mir Collette glaubhaft versicherte.

Donnerstag, 7. August 2014 - 19:56 Uhr
Navan und das Boyne Valley

Navan ist eine kleine, sehenswerte Stadt. Wer den Boyne Valley Drive mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten abklappern möchte, findet mit Navan einen idealen Ausgangspunkt für Touren zwischen Kells und Drogheda. Dazu gibt es übrigens eine hervorragende Broschüre, die man unter http://d5qsyj6vaeh11.cloudfront.net/files/brochures/pdf/german/RG13GER801FID.pdf findet.
Und am Abend geht man natürlich auf ein Guinness in einen der zahllosen Pubs in Navan. Für den ersten Abend haben wir uns O'Flaherty's ausgesucht. Leider war ziemlich tote Hose (außer uns saßen nur zwei weitere Gäste im Pub.

Dienstag, 5. August 2014 - 21:58 Uhr
Reingefallen

Ich benötige mehrfach im Jahr einen Leihwagen. Nach entsprechenden Erfahrungen bin ich da inzwischen sehr vorsichtig geworden und gebe lieber etwas mehr aus und habe dafür weniger Ärger.
Bei meinen Touren durch Schottland, Wales und Irland habe ich dabei gerne auf Holiday Autos vertraut. Die Angaben waren stets transparent und vor allem korrekt. Es versteckten sich keine Zusatzkosten und der Urlaub konnte mit der Übernahme des Leihwagens beginnen.
Doch dieses Mal war alles anders. Schon bei der Buchung hatte ich ein mulmiges Gefühl.
Eine Aussage wie "Eine Grenzüberfahrt ist erlaubt nach: GB-NIR* - *Es können Beschränkungen gelten und Kosten entstehen (bitte klären Sie das bei Ihrer Ankunft mit dem Mietwagenunternehmen)" sorgt nicht unbedingt für Vertrauen.
Vor allem aber wird der Vermieter erst genannt, wenn man die Buchung durchgeführt hat. Das allein hätte mich stutzig machen müssen, aber man vertraut gern dem, dem man immer vertraut hat.
Jetzt habe ich den Salat. National alias Europcar hat mir 30 Euro dafür abgeknöpft, dass ich nach Nordirland fahre, dazu noch knapp 60 Euro für einen vollen Tank, die ich zurückbekomme, wenn ich das Auto mit vollem Tank zurückbringe (war so nicht ausgemacht) und das Auto konnte ich nicht direkt am Terminal abholen, sondern musste mit einem Shuttle an einen entfernten Platz gebracht werden.
Merke: Wenn Holiday Autos im Angebot schreibt "Abholung am Flughafen", dann heißt das im Klartext "Das Mietwagenunternehmen besitzt einen Mietschalter direkt im Flughafenterminal" - mehr nicht. Sie glauben das nicht? Probieren Sie es mal selbst auf www.holidayautos.de: Geben Sie beispielsweise Dublin Flughafen als Abholort an und lassen sie sich die Angebote anzeigen.
Das ich dazu auch noch die zerkratzteste und heruntergekommenste (das Handschuhfach fiel meiner Frau beim Öffnen in die Hände) Kiste erhalten habe, die ich je für Geld geliehen habe, ist dabei fast schon Nebensache.
Liebe Leute von Holiday Autos: Das war definitiv das letzte Mal, dass ich euch vertraut habe.

Dienstag, 5. August 2014 - 21:19 Uhr
Duty free

Obwohl ich es besser weiß, gehe ich doch jedes Mal, wenn ich auf das Boarding warte, auf Schnäppchenjagd. „duty free“ suggeriert halt Schnäppchen (genauso wie die Werbung diverser vermeintlicher Elektronik-Discounter, die versprechen, dass ich die 19% Mehrwertsteuer spare). Fündig werde ich aber so gut wie nie.
Selten mal ist eine besondere Abfüllung dabei, die den Weg ausnahmsweise NICHT in die einschlägigen Online-Shops gefunden hat.
Aber selbst der Vorteil einer Ein-Liter-Flasche ist längst perdu. Ohnehin bedeutet letzteres bestenfalls, dass ich mehr trinke, nicht aber, dass ich weniger Geld ausgebe.
Inzwischen ist es aber so, dass man im „duty free“ locker sogar mehr Geld ausgeben kann – als man müsste.
Aktuelles Beispiel ist der Glenlivet „Kymah“ „exclusively made for Heinemann“ (so heißt die Firma, die im Frankfurter Flughafen einige Shops betreibt). Von diesem Single Cask Single Malt gibt es nur 528 Flaschen, er weist berauschende 60,1% auf und ist 16 Jahre alt. Preis für diese Abfüllung: 249 Euro (umgerechnet 487 DM). 487 DM für einen 16 Jahre alten Single Malt – der Erfinder des (ersten) Black Bowmore würde sich im Grabe umdrehen, wenn er davon hören würde.
Es ist allerdings zu befürchten, dass es wieder genug Unvernünftige gibt, die dieser Preisgestaltung durch einen Kauf Vorschub leisten.

Donnerstag, 3. April 2014 - 18:20 Uhr
Jeden Tag steht ein Dummer auf - Reloaded

Ich hoffe, der Titel wird hier nicht zum Mantra des ADWN-Blogs. Aber ich kann es mir wirklich nicht verkneifen, angesichts der doch selten großen Dummheit, die mancher Zeitgenosse an den Tag legt.
In der Auktion 2014-05 von WhiskyAuction (www.whiskyauction.de) ist in der Rubrik "World" eine Flasche "Gallantry Irish Whiskey" zu finden, für die ein Bieter bereit ist 42 Euro zu bezahlen (Stand 3.4.2014).
Wer sich nur ein bisschen auskennt oder wenigstens ab und zu bei ALDI Süd vorbeischaut, weiß dass es diesen Whiskey dort für 9,99 Euro zu kaufen gibt - und nein, das ist jetzt kein verspäteter Aprilscherz.
Nehmen wir zugunsten des Bieters mal an, dass er nördlich der Albrecht'schen Demarkationslinie lebt und deshalb den Gallantry noch nie gesehen hat (bei ALDI Nord heißt der Whisky "Blackwood" - selbes Etikett, selbe Flasche).
Dem Verkäufer möchte ich an dieser Stelle gratulieren: Selbst nach Abzug der Auktionsgebühr dürften Sie noch ca. 300% Gewinn machen - das würde man heute nicht einmal mit einem 40 Jahre alten Scotch schaffen.

Freitag, 7. März 2014 - 15:30 Uhr
17.März ist St. Patrick's Day

Am 17. März ist St. Patrick's Day. Alles wird grün und das Guinness wird wieder in Strömen fließen. Dazu noch ein guter Irish Folk und nicht zu vergessen der eine oder andere Dram Irish Whiskey - was will man mehr.
Jameson hat rechtzeitig zum irischen Nationalfeiertag eine limitierte Auflage ihres Whiskeys herausgebracht. Die Sonderedition heißt "The Spirit of Dublin" und sollte ab sofort in den Läden erhältlich sein. (Foto: K-MB für Pernod Ricard)

Freitag, 11. Oktober 2013 - 09:32 Uhr
Jeden Tag steht ein Dummer auf

Diesen Wahlspruch scheint sich ein Anbieter auf ebay auf die Fahnen geschrieben zu haben. Eines seiner Angebote ist nämlich ein "Falckner Malt Whisky - Limited Edition - 10 Jahre im Eichenfass gelagert". 60 Euro will der Mann dafür. Sieht man sich das Etikett dieser Abfüllung an, fällt einem dabei sofort der Begriff "gut erhalten" ein. Und da wir Whiskykenner alle wissen, dass der Betrieb, in dem der ostdeutsche Whisky Falckner hergestellt wurde, schon seit circa 20 Jahren geschlossen ist, kann der 10-jährige nur eine "Nachlagerung" im Stahltank erhalten haben oder ist eine Abfüllung, die wenig bis nichts mit den alten Abfüllungen zu tun hat. Zum Glück hat unser Anbieter auch ein Bild des Rückenetiketts hinterlassen. Dort findet man die Webadresse www.drinksfood.de. Dahinter steckt die Firma Drinks & Food Vertriebs-GmbH, die auch einen Onlineshop betreibt. Und siehe da - auch der 10-jährige Falckner ist dort erhältlich - für 12,99 Euro. Auf ebay ging kurz zuvor schon eine Flasche dieses Malt Whiskys (den Begriff "Single" scheint man zu meiden) für 36,51 Euro weg.
Ich sag' doch: "Jeden Tag steht ein Dummer auf."

Dienstag, 18. Juni 2013 - 11:29 Uhr
Schottlandreise mit Villa Konthor

Robin Pitz von der Villa Konthor lädt zur Schottlandreise vom 31.07 bis 07.08.2013 ein.
Die Reise ist fast ausgebucht - nur noch 8 Plätze sind noch frei (Stand: Montagabend 17.06.).
Wer jetzt noch mitfahren möchte sollte sich sputen. Ende dieser Woche endet die Möglichkeit, sich für die kurzweilige Reise anzumelden.
Besucht werden die "Highland Games, das Edinburgh Military Tattoo und natürlich einiger Schlösser und Whisky Destillerien".
Den genauen Reiseverlauf finden sie auf der Website der Villa Konthor (www.villakonthor.de) oder mit einem Klick auf den Blogtitel.

Mittwoch, 17. April 2013 - 10:07 Uhr
Das allererste Fass von Bruichladdich

Als Mark Reynier und seine Freunde Bruichladdich erwarben, begann eine neue Zeitrechnung in der vernachlässigten Brennerei. Der "Viererbande“, wie sie Walter Schobert einst in seiner Whisky Watch Nr. 15 nannte, gelang es in kürzester Zeit, der Destillerie ein exzellentes Image zu geben - nicht zuletzt aufgrund der vorzüglichen Single Malts, die sie herausbrachten.
Im vergangenen Jahr wurde dann Bruichladdich an Rémy Cointreau verkauft (siehe auch ADWN 41 und 42).
Nun hat Ruari Reynier, Marks Sohn, das allererste, unter der Ägide der Viererbande befüllte Fass abfüllen lassen. Destilliert wurde der Malt am 29. Mai 2001. Abgefüllt wurden 376 Flaschen. Richard Joynson von Loch Fyne Whisky erhielt davon 250 Flaschen. Der "Wee Ruari" ist 11 Jahre alt und hat einen Alkoholgehalt von 46%. Die Flasche kostet schlappe 250 Pfund, was echte Bruichladdich-Sammler aber nicht hindern dürfte.
Weitere Infos auf http://www.lfw.co.uk/acatalog/Bruichladdich-Wee-Ruari.html

Dienstag, 5. Februar 2013 - 17:35 Uhr
Wiedererweckt nach über 130 Jahren: Die Wolfburn Distillery beginnt mit der Produktion

Die neue Wolfburn Distillery, nur 350 Meter vom ursprünglichen Standort in Thurso aus dem 19. Jahrhundert entfernt, wurde erfolgreich fertig gestellt und die Produktion von erlesenem Single Malt Whisky wurde aufgenommen.
Die Errichtung der Gebäude für Wolfburn wurde von einer Gruppe lokaler Baufirmen durchgeführt, während die Einrichtung von Forsyths of Rothes, den weltweit führenden Herstellern von Brennereien, übernommen wurde. Die Arbeiten begannen im August und das Projekt wurden termingemäß vollendet.
„Das ist ein ungeheuer spannender Moment für jeden Beteiligten,“ meint Shane Fraser, Production Manager von Wolfburn. „Zuzusehen wie aus der Idee zur Destillerie Wirklichkeit wird, ist ein wirklich großartiges Erlebnis. Die Inbetriebnahme verlief in der Tat reibungslos – die Anlage arbeitet genau wie erwartet – und die ersten Fässer sind bereits gefüllt.“
Die erste Wolfburn Distillery wurde 1821 errichtet und anschließend in der Familie Smith von Generation zu Generation weitergereicht; in ihrer Blütezeit war sie die größte Destillerie in Caithness. Die Produktion stoppte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – das genaue Datum ist nicht bekannt. Die erste Abfüllung der neuen Generation von Wolfburn Single Malt Whisky wird für 2016 erwartet.
(Pressemitteilung der Wolfburn Distillery, Übersetzung ins Deutsche: Armin Schüssler, Armond Dishers WhiskyNews)

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