So überschrieb Theodor Fontane den Bericht über seine Reise durch Schottland, die er zusammen mit seinem Freund Bernhard von Lepel im August 1858 unternahm.
Dieser Blog begann im August 2007 mit teils kritischen, teils amüsanten, aber immer sehr informativen Berichten über meine Reise durch Schottland. Leider sind zwölf Monate Schottlandurlaub im Jahr noch nicht drin. Deshalb greift "Jenseit des Tweed" jetzt Themen rund um den von uns ach so geliebten Whisky auf.
Weblog:
Montag, 9. August 2010 - 12:41 Uhr
Black Bull mit Cola
Vielleicht ist nicht jedem Whiskygenießer der Black Bull Whisky bekannt - ein "Deluxe Blended Scotch Whisky", den es in verschiedenen Altersstufen gibt.
Im World Wide Web habe ich dazu eine nette Geschichte gefunden, die wieder einmal zeigt, dass unter jungen Leuten Image alles ist: http://stadtprinzessin.at/ganz-wien/whiskey/
Ich wünsche viel Spaß beim Lesen.
Donnerstag, 8. Juli 2010 - 18:39 Uhr
Whisky-Sensation

Für gewöhnlich neige ich ja nicht dazu, Neuigkeiten überschwänglich zu publizieren, aber was die in Hessen beheimatete Schlitzer Korn- & Edelobstbrennerei GmbH - eine der ältesten Brennereien in Deutschland überhaupt - gerade herausbracht hat, kann man wirklich nur als Sensation bezeichnen: Es ist ein 25 Jahre alter deutscher Single Malt und ein 12 Jahre alter Single Wheat. Beide lagerten seit 1985 bzw. 1998 in gebrauchten Bourbon Barrels aus amerikanischer Weißeiche und sind nun in begrenzter Stückzahl erhältlich.
Und warum jetzt der Überschwang? Ganz einfach: Einen 25 Jahre alten deutschen Whisky gab es bislang nur von Racke und von Fleischmann. Der Racke ist längst nicht mehr erhältlich und die 25 Jahre alte Blaue Maus war nie käuflich zu erwerben.
Und selbst einen 12 Jahre alten deutschen Whisky findet man höchst selten.
Sobald ich beide verkostet habe, werde ich die Tasting Notes veröffentlichen - vielleicht schon in der Augustausgabe der Armond Dishers WhiskyNews.
Montag, 21. Dezember 2009 - 10:09 Uhr
Blauschimmelkäse
Neulich erhielt ich wieder einmal den Newsletter meines Lieblings-Spirituosenkonzerns. Wir sind uns inzwischen schon so nah, dass ich im Newsletter neuerdings mit einem vertrauten "Lieber Schüssler" angesprochen werde.
Voller Stolz berichtet man von der "neuen Art, das richtige Geschenk - und den richtigen Eindruck zu machen". Der "Malt Finder" soll also helfen, die richtige Flasche zu finden - entweder über den Lieblingsmalt, das Lieblingsessen oder die bevorzugte Region. Gesagt, getan! Ich wage den Direkteinstieg über den Link und schaue mir den "Malt Finder" an (ein kleiner Tipp, für Leute, die über die Homepage einsteigen: Der Malt Finder heißt dann Malt Matcher).
Die Lieblingsessen sind in sieben Rubriken mit je drei Gerichten aufgeteilt. Da gibt es dann so leckere Sachen wie Paprikawurst, Austern oder Blauschimmelkäse. Blauschimmelkäse ist gleich dreimal vertreten - die Person, die die Gerichte zusammengestellt hat, ist wohl Blauschimmelkäse-Fan. Dafür Fehlanzeige bei Schweinelendchen mit Spätzle, Hax'n mit Klöß', Schnitzel mit Pommes und Drei mit Kraut - ist den Konzernleuten wohl zu profan. Man gewinnt schnell den Eindruck, dass der Malt Matcher einfach nur eins zu eins aus dem Englischen übertragen wurde, ohne dass man sich Gedanken um regionale Bezüge gemacht hätte.
Definitiv keine Gedanken hat sich der Programmierer dieses Flashauftrittes gemacht, denn Millionen von Netbook-Besitzern werden ausgegrenzt ( "Wir müssen draußen bleiben" ). Bei geräteüblichen 600 Pixel Bildhöhe wird oben und unten abgeschnitten, die Unterschriften der letzten Bilderreihe sieht man nicht mehr. Noch schlimmer kommt's, wenn man das Bild eines Gerichtes anklickt um den dazu passenden Malt zu sehen - dann steckt man richtig in der Falle. Das neue Fenster wird ebenfalls oben und unten abgeschnitten, das Schließen-Kreuzchen erreicht man nicht. Scrollen ist ebensowenig möglich wie Verkleinern der Anzeige: Der Fluch des Flash halt. Da hilft nur noch Schließen und ganz von vorne zu beginnen.
Insgesamt also ein toller und gelungener Auftritt, der ganz bestimmt viele, viele Menschen animieren wird, einzukaufen und damit den Aktienkurs des Konzerns in schwindelnde Höhen zu treiben (siehe nächsten Blogeintrag).
PS. Der Apfelkuchen ist ganz bestimmt ein englischer Apple Pie. Ein deutscher Bäcker würde sich gar nicht trauen, sowas zu verkaufen.
Donnerstag, 17. Dezember 2009 - 08:59 Uhr
"Derzeit könne kein Titel im Spirituosensektor zum Kauf empfohlen werden" ...
... so endet ein Artikel der Dow Jones News GmbH vom 16. Dezember, den Sie auf http://www.dowjones.de/site/2009/12/europas-börsen-schließen-fest-bankentitel-führen.html finden.
Ich möchte Ihnen jedoch wenigstens den letzten Absatz dieses Artikels nicht vorenthalten:
"Diageo gaben dagegen unter der Last einer Abstufung auf "Hold" von "Buy" durch die Deutsche Bank nach. Der Spirituosenmarkt leide weiter unter geringem Absatzwachstum und dem Abbau der Lagerbestände, heißt es in den Ausführungen. Darüber hinaus zeigen sich die Analysten besorgt, dass Diageo - wie die meisten Wettbewerber auch - die Werbeausgaben zu stark gekürzt habe. Dies werde die konjunkturbedingte Erholung dämpfen und verzögern. Derzeit könne kein Titel im Spirituosensektor zum Kauf empfohlen werden. Die Aktie sank um 1% auf 1.054 p." (DJG/mif/gei)
Wir Whiskykenner wussten es schon längst: Die Whiskyschwemme ist da und keiner kauft - zumindest die lobgepriesenen BRIC-Länder nicht, die in den vergangenen Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten Dollarzeichen in Manageraugen aufblitzen ließen. Dabei weiß doch jeder Hauptschüler der achten Klasse, dass zweistellige Prozentzahlen bei einem Anfangswert nahe Null nichts besonderes sind (deutsche Autohersteller sollen sowas in China auch mal gehabt haben).
Gavin Hewitt, Chief Executive der Scotch Whisky Association, musste Anfang Dezember kleinlaut zugeben, dass in den ersten neun Monaten dieses Jahres der Export nur um magere 1,5% gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum wuchs und der Umsatz sogar um 3,5% sank.
Nun hat man den Salat. Doch statt jetzt den Markt mit günstigen und angemessenen Preisen und viel Werbung - natürlich besonders in der Armond Dishers WhiskyNews - anzukurbeln, macht man lieber Brennereien dicht, bewirbt extrateure Super-Luxus-Hyper-Whiskies, die jünger sind als ein Achtklässler und zieht ganz nebenbei den "gewöhnlichen" Kunden das Geld mit neuer Preisgestaltung (welch ein Euphemismus) für olle Kamellen aus der Tasche - der Kunde zahlt's ja.
PS. Laden Sie sich mal den Statistischen Report für 2008 der SWA herunter (http://www.scotch-whisky.org.uk/swa/files/StatisticalReport2008.pdf) und vergleichen Sie "Value" mit "Volume" der zehn Länder mit dem größten Whiskyumsatz. Ich kann Ihnen versprechen, Ihnen werden die Augen auf- und übergehen.
Freitag, 4. Dezember 2009 - 13:46 Uhr
Alle Jahre wieder
Noch immer soll es Leute geben, die glauben, dass ein Whisky aus dem Süden Deutschlands der einzige in Bayern sei.
Eine Freundin hat mir einen Link geschickt, in dem genau dies behauptet wird:
http://www.pr-inside.com/de/skiurlaub-in-deutschland-garmis-r1614582.htm.
Umso schlimmer, wenn der Autor auch noch versichert "dass die veröffentlichten Inhalte in dieser Pressemitteilung der Wahrheit entsprechen ..."
Meine Freundin wollte dies nicht unkommentiert lassen und schrieb dem Autor und ich veröffentliche den Kommentar an dieser Stelle mit Freuden:
Sehr geehrter Herr ...!
Als ich in PR Inside las, dass ... der "erste und einzige bayerische Whisky überhaupt" sei, habe ich lange überlegt, ob ich mir die Mühe machen soll, Ihnen zu schreiben. Den Ausschlag gab schließlich der letzte Satz des Berichts: "Erklärung: Der Autor versichert, dass die veröffentlichten Inhalte in dieser Pressemitteilung der Wahrheit entsprechen ..."
Ich gestehe Ihnen zu, dass Sie von Whisky im Allgemeinen und dem bayerischen Whisky im Besonderen nichts verstehen. Und vielleicht sind Sie ja auch nur einigen markigen Werbesprüchen einer geschäftstüchtigen Person aufgesessen (was man Ihnen eher als Minuspunkt anlasten müsste, denn ein Redakteur sollte meiner Meinung nach erhaltene Informationen grundsätzlich überprüfen).
Fakt ist, dass ... weder der erste noch der einzige bayerische Whisky ist - und "überhaupt" schon gar nicht. Derzeit arbeiten in Bayern mindestens ein Dutzend Whiskybrenner und ... war nach Brennerei gerechnet ungefähr der fünfte - "nur" circa 16 Jahre nach dem ersten.
So viel also zu Ihrem Verständnis von "Wahrheit".
Mit freundlichen Grüßen
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Montag, 30. November 2009 - 09:44 Uhr
Andreas aufgepasst!
Homecoming Scotland verlost unter allen Personen, die den Namen des schottischen Schutzpatrons St. Andrew tragen, einen "Schottlandaufenthalt für zwei Personen mit fünf Übernachtungen, einschließlich Hin- und Rückflug, Unterkunft in der schottischen Hauptstadt Edinburgh, zwei Abendessen während des Aufenthaltes und einzigartige Homecoming Scotland Erlebnisse, unter anderem: Ein Besuch in St Andrews, ein VIP-Besuch in einer Whisky-Destillerie, Teilnahme an einem Burns Supper und Eintrittskarten für das Celtic Connections Festival für traditionelle Musik". Wer also Andrea oder Andreas heißt, sollte jetzt einmal auf http://www.homecomingscotland2009.com/competitions/de-andreas-andrea.html vorbeischauen und sich anmelden.
Samstag, 28. November 2009 - 13:02 Uhr
Erster englischer Whisky seit über 100 Jahren
The English Whisky Co. die jeder Whiskykenner längst mit St.George und dem Drachen identifiziert, hat ihren ersten Whisky angekündigt. Am 16. Dezember soll er im Distillery-Shop für £34,99 erhältlich sein, ab Januar dann auch weltweit.
Schon Alfred Barnard, der 1886 alle Brennereien des United Kingdom besuchte, konnte nur noch vier Brennereien in Liverpool, Bristol und London zählen. Nur wenige Jahre später fielen auch diese dem Vergessen anheim.
James und Andrew Nelstrop erbauten ihre St.George's Distillery 2006 und noch im November des gleichen Jahres floss der erste spirit. Es muss sich also bei dem ersten Whisky nur um diesen spirit handeln.
Ursprünglich war als Tag, an dem der erste Whisky verkauft werden sollte, der siebte Juni 2010 geplant.
Donnerstag, 26. November 2009 - 13:27 Uhr
Kurt Lagler tot
Die Nachricht von seinem Tode hat mich zutiefst erschüttert.
Kurt Lagler war einer der Pioniere des österreichischen Whiskies und sein Lagler's Pannonia bzw. Lagler's Best Korn sind weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt. Auch Jim Murray würdigte seine Whiskies in seiner Whisky Bible. Der Brenner aus dem burgenländischen Kukmirn hatte in den vergangenen Jahren zahlreiche Auszeichnungen für seine Brände und Whiskies gewonnen - darunter auch bei der Destillata und den World Spirits Awards.
Lagler, so der ORF, soll in der Nacht auf Donnerstag, während er Maische kontrollierte, Gärgase eingeatmet haben und ohmächtig in einen Maischebottich gefallen sein. Gefunden wurde er von seinem Sohn am Donnerstagmorgen.
Lagler starb im Alter von nur 45 Jahren und hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.
Dienstag, 24. November 2009 - 15:08 Uhr
Amrut 40YO

Nachdem die Jubiläumsausgabe der Armond Dishers WhiskyNews endlich fertig gestellt ist, hatte ich ein bisschen Zeit, nahm mein "Surfbrett" und schweifte im weltweiten Netz der Netze umher.
Dabei stieß ich auf einen verheißungsvollen Eintrag: Ein 40 Jahre alter Amrut ist Whisky des Monats. Letzteres ist eher ohne Belang, aber ein 40 Jahre alter, indischer Single Malt - eine Sensation.
Leider folgte dem Klick auf "mehr infos..." die Ernüchterung: Es war nur ein Tippfehler (siehe Foto).
Also wird es offensichtlich doch noch eine ganze Weile dauern, bis ich in den Genuss eines 40 Jahre alten, indischen Single Malts komme. Ich befürchte, dass ich ihn dann aus der Schnabeltasse werde genießen müssen.
Donnerstag, 18. Juni 2009 - 13:16 Uhr
Die Nachfolge für www.whisky.de ist gesichert
Am 13. Juni kam die Tochter von Martina Franz und Dr. Clemens Dillmann zur Welt
Die Kleine heißt Emma Tilda und den Fotos im aktuellen WhiskyFlash (Ausgabe 24/09) nach zu urteilen, ist sie "not amused" über den ganzen Rummel.
Umso stolzer sind die Eltern.
Herzlichen Glückwunsch und macht weiter so
Donnerstag, 18. Juni 2009 - 08:12 Uhr
Der neue Scapa 16YO

Island Single Malt Whisky-Fans können sich auf einen genussvollen Start in den Sommer freuen: Mit Scapa 16 year old bringt Pernod Ricard ab Juli 2009 einen weiteren erstklassigen Whisky für Kenner und Genießer auf den deutschen Markt. "Scapa 16 year old lädt Whisky-Begeisterte ein, den aufregenden Charakter der Orkney-Inseln zu erkunden und sich von den Elementen faszinieren zu lassen. Stil, Tradition und ein ausgewogenes, leichtes Aroma vereinen sich bei Scapa zu einem einmaligen Genusserlebnis", erklärt François Cambier, Marketing Manager bei Pernod Ricard. So einzigartig wie die Natur seiner Heimat, die schottische Insel Orkney, ist auch das Aroma von Scapa 16 year old: samtig-leicht und mit Noten von Ingwer, Honig und Früchten. Der Scapa 16 year old überzeugt dabei nicht nur durch sein mildes Aroma, sondern begeistert auch mit einem vollkommen neuen Markenauftritt. Die schlanke und elegantere Flaschenform ziert eine stilisierte "Yole" - das typische Boot der Orkneys - und stimmt Scapa-Genießer bereits vor der Verkostung auf den Island Malt und dessen besondere Herkunft Orkney ein. (Pressemitteilung und Foto: Pernod Ricard/Trimedia Communications)
Montag, 27. April 2009 - 18:31 Uhr
Distilleries to Visit 2009
Die Scotch Whisky Association hat ihren Führer zu den schottischen Whisky-Destillerien aktualisiert und bietet ihn ab sofort auf ihrer Website an.
Zu finden ist er auf http://www.scotch-whisky.org.uk/swa/67.html.
Donnerstag, 23. April 2009 - 09:34 Uhr
LVMH behält Ardbeg und Glenmorangie?
Die Reaktion kam prompt: LVMH wies Berichte, wonach man "sich in Gesprächen über den Verkauf der Wein- und Spirituosensparte befände", strikt zurück. Dies hat der Daily Telegraph am gestrigen Mittwoch allerdings auch nicht behauptet.
Fakt dagegen ist, dass die Spirituosensparte von LVMH im ersten Quartal dieses Jahres einen Einbruch von 22% im organischen Umsatz zu verkraften hat.
Das bedeutet eine weitere, deutliche Verschlechterung, nachdem man für 2008 bei Cognac und anderen Spirituosen nur noch ein Umsatzplus von 1% vermelden konnte. Interessant dabei ist, dass der Gewinn dennoch um 11% stieg.
Bernard Arnault, Chef und Hauptaktionär bei LVMH, gab bei der Vorstellung der Zahlen für 2008 auch gleich einen Ausblick auf 2009: "Selective price increases in selected products and markets" und "Planned launches of numerous new products: Hennessy, Ardbeg, Belvedere, Glenmorangie, etc,".
Da wird also auf den Verbraucher - in doppelter Bedeutung - noch einiges zukommen.
Mittwoch, 22. April 2009 - 08:29 Uhr
Kauft Diageo Ardbeg und Glenmorangie?
Wie der Daily Telegraph heute berichtet, stellt Diageo derzeit Überlegungen an, die Wein- und Spirituosensparte von LVMH zu erwerben. Allerdings sollen sich diese Überlegungen noch in einem sehr frühen Stadium befinden. Man rechnet mit einem Kaufpreis von umgerechnet 12 Milliarden Euro. Kommt es zu diesem Deal würden auch Ardbeg und Glenmorangie den Besitzer wechseln.
Freitag, 3. April 2009 - 20:18 Uhr
Ben "Amontillado" Nevis

Nein, der abgebildete Herr heißt Jens "J.B." Breitenbach, aber ihm ist die fünfte und neueste Abfüllung gewidmet, die Thorsten "MacMalt" Herold in seiner "Brotherhood of Malt Edition" herausgebracht hat.
Es ist ein Ben Nevis aus einem Amontillado Sherry Cask, destilliert am 05.09.1996, abgefüllt am 23.03.2009 mit 57,2%.
191 Flaschen sind von dem "BoM 5" für schlappe 49€ erhältlich.
